FAQ (häufig gestellte Fragen)

1. Welchen Vorteil bietet ein Architektenhaus im Gegensatz zu einem Fertighaus?

Einzigartigkeit und Individualität zeichnen ein Architektenhaus aus. Im Gegensatz zum Fertighaus können die Bedürfnisse und Ideen des Bauherrn verwirklicht werden. Der gewählte Stil passt sich harmonisch dem Grundstück an. Dabei können Sie aus einer Bandbreite zwischen klassischer, architektonischer Eleganz und modernem Design wählen.

2. Muss bei jedem Bauvorhaben ein Architektenvertrag abgeschlossen werden?

Es muss grundsätzlich für jede Architektenaufgabe ein Vertrag geschlossen werden. Ab einem Betrag von 25.565,- € anrechenbare Baukosten netto sind die Tafelsätze der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) für die Vergütung maßgeblich.

3. Welche Faktoren sind für das Honorar maßgeblich?

Maßgeblich für das Honorar sind:

1.Die Honorarzone, in die ein Objekt eingruppiert wird. Dabei sei zu beachten, dass es hierzu eine Objektliste gibt, die jedoch nicht allein maßgeblich für die Festlegung der Honorarzone ist. 

2. Der Honorarsatz. Die Tafeln der HOAI haben jeweils einen Mindest- und einen Höchstsatz. Zwischen diesen kann auch noch der Viertel, Mittel- oder Dreiviertelsatz vereinbart werden.

3. Die Zuschläge (Umbauzuschlag oder Instandsetzungszuschlag). Für Bauaufgaben im Bestand stehen dem Architekten Erhöhungen zu. Es ist sinnvoll zu überprüfen ob es sich bei der Bauaufgabe um eine Modernisierung/ Umbau oder nur um eine Instandsetzung/Instandhaltungsmaßnahme handelt. Beim der Modernisierung/Umbau fällt ein Zuschlag von 20-80 v.H. auf alle Leistungsphasen der HOAI an. Bei einer Instandsetzung/ Instandhaltung kann eine Honorarerhöhung nur für die Leistungsphase 8 von bis zu 50 v.H. vereinbart werden. Bei Modernisierungen und Umbauten steht dem Architekten zumindest der Mindestsatz von 20v.H. zu. Dieser kann auch noch nachträglich vom Architekten verlang werden, insofern empfiehlt sich die gemeinsame Festlegung. Der Umbauzuschlag sollte ebenfalls mit einer Matrix festgelegt werden. Seit Inkrafttreten der HOAI ist in diesem Zuschlag auch der Wert der mit zu verarbeitenden Bausubstanz zu berücksichtigen. Dabei ist nicht grundsätzlich das ganze Gebäude zu berücksichtigen, sondern nur der Anteil, der bei der Maßnahme wirklich betroffen ist.

4. Die Nebenkosten.

In der Regel berechnen Architekten einen Aufschlag von 5-8 % für Nebenkosten. Sie können jedoch auch nicht berechnet werden.

6. Die anrechenbaren Kosten für die Bauaufgabe.

Die anrechenbaren Kosten sind die Nettokosten für die Baukonstruktion. Insofern Sie der Architekt noch die Technische Ausrüstung selbst plant, sind diese ebenfalls vollständig anrechenbar. Falls hier noch ein Ingenieur tätig ist, sind diese nur noch anteilig zu berechnen (s.§ 32 HOAI).

4. Was ist eine Baukostenvereinbarung?

Eine Baukostenvereinbarung und damit eine Fixierung des Honorars kann erfolgen, wenn zum Zeitpunkt der Planung noch keine Planung erfolgt ist. In diesem Fall wird das Budget, bzw. die anrechenbaren Kosten, überschlägig an Hand von Erfahrungswerten (z.B. auch Baukosteninformationsdienst der Architektenkammern (BKI)) ermittelt.

5. Was ist eine Kostenberechnung?

Die Kostenberechnung leistet der Architekt als Bestandteil der Leistungsphase 3. In dieser Phase sollte der Entwurf fixiert sein. Nach der HOAI 2009 wird das gesamte Honorar des Architekten nach den anrechenbaren Kosten der Kostenberechnung ermittelt.

6. Gibt es einen Preiswettbewerb unter Architekten?

Ja, innerhalb der Mindest- und Höchstsätze und auch bei der Berechnung der Nebenkosten kann ein Preiswettbewerb stattfinden. Wobei man nicht empfehlen kann, grundsätzlich nur auf das preisgünstigste Angebot zuzugehen. Sie sollten bei der Wahl des Architekten dessen Fähigkeiten durch Nennung von Referenzobjekten überprüfen.